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Eines Tages erwachst du und fragst dich: war´s das schon? Wer bin ich? Was kann ich? Finde ich den Mut zu etwas Neuem? Diese Fragen, entnommen aus der Broschüre der Kunstschule Mittelweg weckten meine Neugier. Genau diese Fragen waren es, die mich schon längere Zeit beschäftigten. Die Anforderungen meines Berufes füllten mich nicht mehr aus. Mein Bedürfnis nach mehr “geistiger Nahrung” würde immer stärker. Kunst zu erlernen, verwoben mit anthroposophischer Menschenkunde, schien mir ein geeigneter Weg zu sein, um meinem Leben eine Richtungsänderung zu geben. Ebenso hoffte ich die Fähigkeiten zu erlangen, neue Ideen zu entwickeln, die mir dann wiederum neue Perspektiven für mein (Berufs-) Leben aufzeigen. Seit 5 Monaten bin ich an der Kunstschule und absolviere das Kunststudienjahr. 5 Monate gefüllt mit neuen Eindrücken und Erkenntnissen, aber auch mit Unverstandenem. Die Einführung und das Erleben der Farbenwelt (Goethes Farbenlehre), Malen, plastisches Gestalten, Eurythmie, Zeichnen, Singen, Menschenkunde und Kunstgeschichte bestimmten den Stundenplan der letzten Wochen. Das Erarbeiten der Texte Rudolf Steiners erwies sich für mich in der Gemeinschaft als große Hilfe. Als Einzelner ist die Auseinandersetzung mit dem Stoff mühsam und oft unbefriedigend. Besonders gefällt mir die Vorgehensweise der Dozenten. Nicht ergebnisorientiertes Arbeiten steht im Vordergrund, sondern es wird verstärkt auf die Individualität des Einzelnen eingegangen. Hierbei wird die Kunst als Tat respektiert und nicht so sehr auf das Resultat geschaut. Die Erwartungen wurden insofern erfüllt, dass ich mich entschlossen habe, das Studium weiterzuführen. Andrew Langenbacher |